Rosins Restaurants – Bei Muttern in Berlin. Ostalgie oder Belanglosigkeit?

Tina hat sich ihren großen Traum erfüllt und mitten im Berliner Szenebezirk Prenzlauer Berg ein Restaurant eröffnet. Ostdeutsche Küche soll es sein, doch so wirklich will ihr Laden nicht in die Gänge kommen. Frank Rosin, Sternekoch aus Dorsten, kommt in allerletzer Minute, denn das Restaurant macht nicht nur keinen Umsatz, die Wirtin ist außerdem noch hoch verschuldet.

So ein mieses Essen hat Frank Rosin vermutlich zum letzten Mal beim Fast Food Duell gegessen. Die Wirtin möchte ostdeutsche Küche anbieten, schafft es aber über eine normale Kneipenspeisekarte nicht hinaus. Sie wirkt überfordert, unstrukturiert und hat den Glauben an ihr Restaurant im Prenzlauer Berg schon aufgegeben. Wie bei Muttern soll es schmecken, so wie bei Muttern in der DDR. Doch die Realität sieht anders aus!

Das gab es bei Frank Rosin noch nie: Das Testessen ohne Nachspeise!

Hühnersuppe, Wildgulasch und Apfelstrudel soll es für die Testesser geben. Klingt eigentlich sehr lecker, eine richtige “DDR-Mutti” würde vermutlich ein Menü kreiiren, das denen im Restaurant des Sternekochs Frank Rosin in Dorsten um nichts nach stehen würden. Doch es kommt alles anders. Verkochtes Gemüse, zerkochtes Fleisch und viel zu große Portionen. Und dann der Schock: Weil Tina keinen funktionierenden Ofen in ihrer Küche hat, muss sie ihren tiefgekühlten Apfelstrudel in einem Mini-backofen zubereiten. Leider vergisst sie, das Blech unter dem Gitterrost herauszunehmen, so dass der Strudel oben grenzwertig braun aber unten matischig  ist. So fällt zum ersten Mal bei Rosins Restaurants beim Testessen die Nachspeise aus. Die Bewertung fällt ebenso nüchtern aus. Von 50 möglichen Punkten erreicht das “Bei Muttern” gerade einmal schlappe 16 Punkte.

Auch Frank Rosin lässt kein gutes Haar an der Wirtin und dem Restaurant. Ausreden lässt er nicht gelten. “Scheiss Lage? Ihr seid hier im IN-KIEZ, über den ganz Europa spricht!” Auch die angeblich fehlende Laufkundschaft kann er widerlegen. Er selber hat die vorbeifahrenden und vorbeilaufenden potentiellen Kunden gezählt. Doch vom Prinzip “DDR-Restaurant in Berlin am Prenzlauer Berg” ist er dennoch überzeugt.

Ein klärendes Gespräch zusammen mit ihrem Mann fördert die Wahrheit ans Tageslicht. 40.000 Euro Schulden, gekündigte Lebensversicherungen und alle Ersparnisse stecken in ihrem Traum. “Entweder es kommen Gäste, oder wir machen zu!” Das hat sie eingesehen. Ihr Mann hält zu ihr:”Versuchen können wir es”!

Aus “Bei Muttern” wird das neue “Ostalgie”. Doch mit einem Namen alleine ist es nicht getan. Tinas Mann bringt sich ein, will einen neuen Herd besorgen. Frank Rosin, immerhin einer der besten Sterneköche Deutschlands, ist begeistert. Tina soll auch sofort einen Kochkurs bekommen und neue von Frank Rosin einstudieren. Tina muss tatsächlich noch viel lernen, denn auch einfachste Küchentricks kennt sie nicht. Aber das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen, die neue Harzer Hochzeitssuppe schmeckt! Aussderm schreibt die Wirtin eine neue Speisekarte und lernt zu kalkulieren. Aber dann eskaliert die Situation, die Stimmung bei der Wirtin kippt. Sie schämt sich, als die beiden putzen. Auf einmal wird Tina mürrisch, sie kriegt ihre Laune nicht in den Griff.

Frank Rosin rastet aus! Er hat ein dickes Fell, aber alles lässt er sich nicht bieten “Ich pack gleich meine Sachen!… Meinst du ich bin dein Hampelmann?” Er zählt die Wirtin aus, und Tina sieht ein, dass sie sich selber ein dickes Fell wachsen lassen muss!

Harmonisch geht es in der Küche weiter, der Sternekoch backt und kocht mit Tina, wie sie es selber nie für möglich gehalten hätte die leckeren Rezepte aus Frank Rosins Kochbuch. Ihr Mann greift nocheinmal tief in die Tasche und verleiht dem Gastraum ein DDR-würdiges Aussehen.

Das zweite Testessen wird ein voller Erfolg. Denn Frank Rosin gehört zu Deutschlands besten Sterneköchen und setzt sich für seine Klienten mit vollem Elan ein. Die Gäste sind begeistert! Und das neue Ostalgie im Prenzlauer Berg scheint einer guten Zukunft entgegenzuschauen!

Weiss jemand, wie es der sympathischen Familie heute geht? Gibt es das neue Ostalgie noch?

Schaut hier, wie Frank Rosin anderen Gastwirten unter die Arme gegriffen hat.

5 thoughts on “Rosins Restaurants – Bei Muttern in Berlin. Ostalgie oder Belanglosigkeit?

  1. Futtern wie bei Muttern und die Idee wie zu DDR Zeiten Speisen finde ich gut. Falls es diese Gaststätte noch gibt müsste ich bei meinen nächsten Berlin Besuch einmal einen Abstecher dort hin machen.

  2. Ich war vorgestern in Berlin und bin zufällig dran vorbeigegangen. War nicht drin, aber es ist defintiv noch da und macht einen sehr netten eindruck :) Werde es demnächst mal testen.

  3. wir waren die letzten Tage da … sehr lecker, guter Preis und total nette Bedienung …. kann es nur empfehleN

  4. war vor einem jahr bei muttern (2012) das Essen war wirklich nicht gut. die karte hoert sich interessant an. Das ambiente ist auch in ordnung aber das essen muss etwas besser werden. ich denke aber auch das so ein GESCHÄFT sehr hart ist.

    Die Lage ist nicht so uebel. Etwas weiter gibt’s nen Inder (Inder, Thai, alles standardfutter in Berlin alle machen das gleiche)

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